Nahezu alle BMW Handschaltgetriebe der E- und F- Reihe ab Baujahr 1990 sind mit einem Kugelbolzen aus Kunststoff (Teilenummer 1223328) ausgeliefert worden.

Dieser Bolzen ist mit einer einfachen Drahtklammer an den Ausrückhebel angebunden, die kugelförmige Spitze dient dem Ausrückhebel als Widerlager. Dem Bolzen kommt somit eine Rolle als Lager und Führung zu, welche mit zunehmendem Verschleiß, meist für den Fahrer nicht merklich, zu einem unpräzisen Kupplungsverhalten führt. Erst mit dem Wechsel auf neue Bolzen wird spürbar, was vorher im Argen lag.

Der Verschleiß ist abhängig von der thermischen Belastung, der Federrate der verbauten Membranfeder an der Kupplungsdruckplatte und natürlich der Laufleistung.

Aus technischer Sicht macht beim Kupplungswechsel ein Upgrade auf die Kugelbolzen aus Messing Sinn, da diese nahezu verschleißfrei sind und thermisch dauerfest.

Als Material für die Kupplungsbolzen habe ich Messing gewählt, da sich zwei entscheidende Vorteile gegenüber Edelstahl ergeben. Zum einen ist die vorliegende Messinglegierung zinkreich, weshalb diese Legierung auch gerne als Lagerwerkstoff mit guter Notlaufeigenschaft verwendet wird. Der zweite Vorteil gegenüber Edelstahl oder Stahl ist der Verschleiß des Ausrückhebels. BMW hat sinnvollerweise die Materialpaarung so gewählt, dass der kostengünstigere Kugelbolzen verschleißt und der teure Ausrückhebel verschleißfrei bleibt. Verbaut man nun einen Kugelbolzen aus Stahl oder Edelstahl, so kehrt man die vorgesehene Verschleißrichtung um. In der Konsequenz bleibt Bolzen nun intakt, jedoch verschleißt der Ausrückhebel.

Aus diesem Grund ist aus meiner Sicht die Fertigung aus Messing sinnvoll, auch wenn das Rohmaterial etwas teurer ist.

Der originale Kugelbolzen aus Kunststoff (1223328) kostet 10,94 € (Stand 11/2019), die Mehrkosten für meinen Bolzen aus Messing halten sich also in Grenzen.

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